{"id":4035,"date":"2018-06-17T08:56:48","date_gmt":"2018-06-17T08:56:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.einkubainba.de\/?p=4035"},"modified":"2018-06-17T08:56:48","modified_gmt":"2018-06-17T08:56:48","slug":"der-mann-im-mond-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.denis-dominguez.de\/?p=4035","title":{"rendered":"Der Mann im Mond (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tVor ein paar Wochen nahm ich an dem Treffen der <a href=\"http:\/\/bgl-autoren.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BGL-Autoren<\/a> teil. Was soll das sein? Eine Gruppe von Autoren, die im und \u00fcber das Berchtesgadener Land schreiben. Einfach genial.<\/p>\n<p><span><\/span>Am Ende der Veranstaltung trafen wir uns bei ein paar Snacks und Getr\u00e4nken um Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen. Dabei hatte ich die Ehre eine dieser ausgezeichneten Autoren kennenzulernen: Daniela Brotsack oder besser gesagt <a href=\"http:\/\/exlibris-d.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Exlibris-d<\/em><\/a>, <em><span><\/span>Die RichtigSetzerin<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/exlibris-d.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.einkubainba.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/daniela-brotsack-exlibris-d.jpg\" alt=\"Daniela Brotsack - Exlibris-D\" class=\"wp-image-4040 aligncenter\" width=\"612\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/blog.denis-dominguez.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/daniela-brotsack-exlibris-d.jpg 1000w, https:\/\/blog.denis-dominguez.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/daniela-brotsack-exlibris-d-300x217.jpg 300w, https:\/\/blog.denis-dominguez.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/daniela-brotsack-exlibris-d-768x554.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 612px) 100vw, 612px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span><\/span>Daniela korrigiert nicht nur deutschsprachige Texte, sondern schreibt leidenschaftlich \u00fcber unser sch\u00f6nes Berchtesgadener Land und Umgebung. Hier ein kleiner Geschmack ihrer Arbeit:<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\">Der Mann im Mond<\/h1>\n<p><span><\/span>Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Mann im Mond. Ein Mann, der den Sonntag nicht heiligte und deshalb sein B\u00fcndel Reisig statt auf Erden einsam auf dem Mond herumtragen musste. So oder \u00e4hnlich die alte Sage.<\/p>\n<p><span><\/span>Das wirft in unserer hochindustriellen Zeit nat\u00fcrlich ein paar Fragen auf, wie zum Beispiel: Muss der Mond inzwischen nicht \u00fcberbev\u00f6lkert sein? \u2013 Gibt es den \u201egerechten Gott\u201c in unserer Zeit nicht mehr? \u2013 Ist der Sonntag \u00fcberhaupt noch heilig? \u2013 Ist die Geschichte doch nur erstunken und erlogen? und \u00e4hnliches mehr.<\/p>\n<p>Aus diesen und anderen Gr\u00fcnden versuchen Forscher und Astronauten unseres Zeitalters mit aller Kraft herauszufinden, was auf dem Mond geschieht. Ob es dort Leben gibt oder je gab. Doch niemand ging jemals ernsthaft der Frage nach, was aus dem legend\u00e4ren und ersten Mann im Mond eigentlich geworden ist.<\/p>\n<p><span><\/span>Als der Mann aus alter Zeit seine Strafe abgesessen hatte (und sie dauerte ganz sch\u00f6n lange f\u00fcr ein relativ kleines Vergehen), wurde er nat\u00fcrlich wieder auf die Welt entlassen. Der f\u00fcr ihn zust\u00e4ndige Kerkerknecht kam und gab ihm seine Papiere zur\u00fcck. Sogar das Reisigb\u00fcndel durfte er behalten. Wegen guter F\u00fchrung und so.<\/p>\n<p><span><\/span>Da es damals noch keine Rehabilitierungsma\u00dfnahmen gab, stand er erst einmal dumm vor seiner Kate. Denn diese nannte inzwischen ein anderer sein Eigen. Von wegen Grundbuchamt, in der Zeit war ja noch nichts geregelt. Wenn ein Haus leer stand f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit, dann wurde es einfach von dem N\u00e4chstbesten in Besitz genommen. Also sah er sich nach einer Nichte um, die irgendwo in einem nahen Dorf wohnen m\u00fcsste. Als er sie gefunden hatte, bekam er von ihr eine eindeutige Absage, in ungef\u00e4hr folgendem Wortlaut: \u201eDer Gottesl\u00e4sterer h\u00e4tte sich zum Teufel zu scheren\u201c.<\/p>\n<p><span><\/span>Kurz und gut, nach gut einer Woche stand der Mann wieder vor seinem Kerkerknecht und wollte zur\u00fcck auf den Mond. \u201eWissen Sie, dort oben war es so sch\u00f6n einsam. Niemand hat mich fortgejagt oder mich angeschrien. Ich w\u00fcrde so gern wieder in mein altes Gef\u00e4ngnis zur\u00fcckgehen und dort mein restliches Leben verbringen.\u201c<\/p>\n<p><span><\/span>Mitleidig sah ihn der Kerkerknecht von oben herab an. \u201eTut mir leid, der Mond ist schon wieder besetzt. Diesmal sind sogar drei gleichzeitig oben. Lauter S\u00fcnder vor dem Herrn.\u201c<\/p>\n<p>Es half kein Bitten und kein Betteln, der Mann musste auf der Erde bleiben. Er fand mit M\u00fche ein Pl\u00e4tzchen, an dem er bleiben konnte und hatte doch noch wider Erwarten einen ruhigen Lebensabend.<\/p>\n<p><span><\/span>Diese Geschichte war der Anfang vom Ende. Der erste g\u00f6ttliche Gefangene l\u00e4utete eine Reihe von Strafvollz\u00fcgen ein und in einem gewissen Sinn auch das Ende der Welt, die doch einmal das Paradies gewesen war. Oder war das auch nur wieder so eine Geschichte, deren Wahrheitsgehalt man nicht so genau pr\u00fcfen kann?<\/p>\n<p><span><\/span>Nach der Sache mit dem Mann im Mond bekam n\u00e4mlich die Monddirektion mit der Zeit massive Probleme. Die S\u00fcnder, die den Sonntag entweihten durch Arbeit wurden immer mehr. Dazu kamen noch viele andere von anderen Religionen, die sich Verst\u00f6\u00dfe gegen die g\u00f6ttliche Ordnung zuschulden kommen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Mond war bald derma\u00dfen \u00fcberf\u00fcllt, dass er drohte, aus den Angeln des Weltalls gehoben zu werden und abzust\u00fcrzen. Das konnte man jedoch auf keinen Fall riskieren. Denn der Mond wurde dringend ben\u00f6tigt zur Berechnung der Gezeiten und als Nachtlicht f\u00fcr die Tierwelt oder auch als romantische Lampe f\u00fcr Verliebte. Also, was tun? Da war guter Rat teuer.<\/p>\n<p>Zuerst wurden unz\u00e4hlige Prediger aller Konfessionen auf die Erde geschickt mit dem Auftrag, die Menschen zum Guten zu bekehren. Dieser Plan aber scheiterte so kl\u00e4glich, dass das g\u00f6ttliche Gremium sich die Haare raufte.<\/p>\n<p>Daraufhin einigte man sich auf einige drastische Ma\u00dfnahmen wie Kriege, Hungersn\u00f6te, Seuchen, \u00dcberschwemmungen, Vulkanausbr\u00fcche, Unf\u00e4lle mit vielen Opfern, Erdrutsche, und vieles mehr. Diese sollten die Menschen zum innehalten und Nachdenken bringen. Doch wieder half nichts. Die Menschen wurden nicht besser, sondern eher das Gegenteil traf zu.<\/p>\n<p>Keiner sah mehr w\u00e4hrend der Arbeit zum Himmel auf oder hielt gar inne, um der Landschaft zu huldigen. Kaum jemand k\u00fcmmerte sich mehr um seine Nachbarn oder die Familie. Jeder wurde schlie\u00dflich zum Einzelk\u00e4mpfer und sah nur den eigenen Vorteil in allem, was er tat. Der G\u00f6ttliche Ratschluss war also etwas fehlgeschlagen. Wieder setzte man sich in einem Gremium zusammen, um zu beraten, was zu tun w\u00e4re.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt setzte sich eine neue und sensationelle Idee durch: Die Erde sollte nun zum Verbannungsort werden, auf dem sich die Menschen ganz nach ihrem Willen selbst zerst\u00f6ren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Nur eine kleine Auslese von wirklich s\u00fcndenfreien Menschen mit einem absolut reinen Gewissen wurde (und wird auch heute noch von Zeit zu Zeit) auf einen Planeten verfrachtet, der \u201edas Paradies\u201c genannt wird und eine angenehme Atmosph\u00e4re bis zum letzten Atemzug bietet. Nur dort werden alle W\u00fcnsche wahr und jedes Lebewesen wird geachtet. Doch dieser Planet liegt in einer ganz weit entfernten Galaxie und kann von den Menschen der Erde niemals gefunden werden.<\/p>\n<p>Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Astronauten jedes Erdteils immer wieder mit derselben Nachricht zur Erde zur\u00fcckkehren: Der Mond und alle anderen Planeten sind unbewohnt!<\/p>\n<p><span><\/span>\u00a9 Daniela Brotsack, 07.02.2001 \u2013 korrekt@exlibris-d.de<\/p>\n<p>Mehr Information \u00fcber die Autorin findest du unter: <a href=\"http:\/\/exlibris-d.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/exlibris-d.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 id=\"site-tagline\" class=\"hide-none\"><span class=\"font-inherit\">\u00a0<\/span><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Wochen nahm ich an dem Treffen der BGL-Autoren teil. Was soll das sein? Eine Gruppe von Autoren, die im und \u00fcber das Berchtesgadener Land schreiben. Einfach genial. 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